ich weiss wo ich herkomme
Ciriaco Sforza ist der Sohn italienischer Einwanderer. Sein Vater kam aus Neapel, die Mutter aus Avellino. Zusammen mit seinen drei Schwestern wuchs er in bescheidenen Verhältnissen auf. „Ich weiß, wo ich herkomme“, sagt Sforza, der trotz seiner großen Erfolge immer bodenständig geblieben ist.
Seine Leidenschaft für den Fußball entwickelte er schon sehr früh. „Ich war im Grunde ein richtiger Straßenfußballer“, erzählt Sforza - und das seit seiner frühesten Kindheit. Später kickte er mit seinen Schulfreunden nachmittags auf dem Bolzplatz, was seiner Schulkarriere keinen Abbruch tat. „Ich bin gerne zur Schule gegangen und habe meinen Schulabschluss ohne große Probleme geschafft.“
Parallel kickte Ciriaco Sforza schon im Verein – beim FC Villmergen, wo auch sein fußballbegeisterter Vater Trainer war. „Er machte mir auch Druck“, erinnert sich Sforza sich an seine frühen Jahre, „aber der hat mir geholfen“. Direkt nach seiner Schulzeit begann Sforza eine Ausbildung zum Sanitätsinstallateur. „Doch zu dieser Zeit war schon klar, dass mein Weg in Richtung Profifußball gehen würde.“
Mit 16 Jahren hatte er seinen ersten Profivertrag beim Schweizer Rekordmeister, dem Grasshopper Club Zürich, in der Tasche. Das Einzige, was neben dem Fußball noch hinzukam, waren vier Monate Wehrdienst. Normalerweise wäre er anschließend jährlich zu einer dreiwöchigen Wehrübung verpflichtet worden, bis zum 38. Lebensjahr. Weil „Ciri“ aber nach 1993 immer im Ausland gespielt und gewohnt hatte, kam er daran vorbei.
Bis er 2006 als Trainer in die Schweiz zurückkehrte, führte Ciriaco Sforza das veränderungsreiche Leben eines internationalen Fußballstars – ein Leben mit vielen Ortswechseln. „Den Beruf und das Privatleben in Einklang zu bringen, war manchmal nicht ganz einfach. Ich bin eigentlich ein richtiger Familienmensch und habe früher jede freie Minute genutzt, um bei meiner Frau und meinen Kindern zu sein.“ Seit 2010 lebt der stets gut gekleidete Schweizer getrennt von seiner Familie in Zürich. Absehbar ist, dass seine Zeit in dieser Metropole begrenzt sein wird. Denn zahlreichen europäischen Topclubs ist Sforzas erfolgreiche Trainerarbeit nicht verborgen geblieben.
In seiner Freizeit zieht sich Sforza gern zurück, sucht Zerstreuung beim Joggen oder fährt mit seinem Motorboot über den Vierwaldstätter See. „Manchmal lege ich auch nur die Beine hoch“, berichtet der Liebhaber italienischer Küche. Auch das Golfspielen hat er entdeckt: „Ich war lange Zeit skeptisch, ob das etwas für ich ist. In einem Trainingslager habe ich dann erste Versuche unternommen. Das wird sicher nicht mein größtes Hobby, aber Spaß hat es schon gemacht.“
