Derbysieg!
Quelle: www.blauwiis.ch
GC Zürich hat mit einem verdienten 3:1 Sieg im Derby gegen den FC Zürich den endgültigen Klassenerhalt gesichert. Nach einer verhaltenen Anfangsphase von beiden Mannschaften ging GC durch einen 20-Meter-Hammer von Rennella in der 14. Minute in Führung. Der FCZ kam danach zwar etwas besser ins Spiel, konnte jedoch gegen die hervorragend agierende GC-Defensive kaum gute Torchancen heraus arbeiten. Hajrovic erhöhte per Foulpenalty nach 30 Minuten auf 2:0, das die Hoppers verdientermaßen mit in die Pause nahmen. Nach dem Seitenwechsel kam die Sforza-Elf viel wacher aus der Kabine. Rennella (54.) erhöhte mit seinem zweiten Tagestreffer auf 3:0. Als Teixeira in der 69. Minute nach einem Foul an Emeghara noch die Rote Karte sah, war das Spiel für GC unter Dach und Fach. Das 3:1 durch Alphonse (76.) war nur noch Ergebniskosmetik.
Beim Aufwärmen pushten die GC-Fans in der Kurve ihren Rekordmeister mit lautstarken Fangesängen. Kurz vor Spielbeginn hörte es dann auch noch auf zu regnen und somit stand dem 224. Stadtzürcher Derby nichts mehr im Wege. Die Hoppers kamen geladen und heiss aus der Kabine. So gab es etliche Fouls in einer kämpferisch betonten Anfangsphase. In der 9. Minute köpfelte Vallori einen von Zuber getretenen Freistoss an die Latte. Der Innenverteidiger stand bei seinem Kopfball aber im Offside. Fünf Minuten später lancierte Zuber mit einem Querpass Teamkollege Rennella ideal. Der filigrane Stürmer verschaffte sich den nötigen Raum mit einer listigen Körpertäuschung gegen Barmettler, legte sich dann den Ball auf seinen linken starken Fuss und zog aus gut 20 Metern ab. Der Ball landete genau in der linken Torecke zur 1:0-Führung. Was für ein herrlicher Treffer!
Erst in der 22. Minute zeigte der FCZ eine erste nennenswerte Offensivaktion. Der Angriff von Alphonse über Schönbächler wurde aber von der GC-Hintermannschaft geblockt, so dass der Ball hinter dem Tor im Netz landete. Auch der Folgeangriff zwei Minuten später landete ohne Probleme in den Händen vom GC-Keeper Bürki. Beide im Keim erstickten Offensivaktionen des Gästeteams veranschaulichten, wie solide und taktisch hervorragend eingestellt die Hoppers auf dem Platz agierten. Dem FCZ wurde ab der gegnerischen Platzhälfte keinen Platz zur Entfaltung gewährt und sofort effektiv attackiert.
Als der FCZ im Begriff war, etwas besser ins Spiel zu kommen, tankte sich Menezes (30.) auf seiner rechten Seite bis in den Strafraum vor. Dort wurde er von Magnin regelwidrig von den Beinen geholt. Der souveräne Schiedsrichter Bieri entschied sofort richtig auf Penalty. Der kurzfristig für Callà (verletzte sich beim Aufwärmen an der Leiste) in die Startformation gerückte Hajrovic legte sich sofort forsch den Ball zum Elfer hin. Standardschütze Smiljanic hatte erst gar keine Chance. Der junge Linksfuss hämmerte den Ball scharf und platziert ins rechte Toreck zum 2:0 für die Hoppers. Leoni ahnte zwar die Ecke, hatte aber gegen den souverän geschossenen Penalty keine Chance.
Auch der FCZ hatte nun seine dicke Chance zum Anschlusstreffer. In der 35. Minute scheiterte erneut Alphonse auf Zuspiel von Djuric, ehe zwei Minuten später Kukuruzovic nach einem herrlichen Pass in die Tiefe von Alphonse alleine auf den GC-Keeper losstürmen konnte. Das sah nach dem 100%igen Anschlusstreffer aus. Abrashi reagierte aber sensationell, spurtete dem Entlaufenen willensstark hinterher, holte ihn ein und konnte noch entscheidend im Strafraum stören. Das war ein symbolischer Einsatz in extremnis vom Mittelfeldterrier für das positiv aggressive Auftreten der Hoppers in diesem Derby. Ganz tief durchatmen. In der 45. Minute lag sogar noch das 3:0 in der Luft. Doch Emeghara verzögerte einmal zu viel im Strafraum und legte auf Rennella zurück, dessen Schuss aber Teixeira noch blocken konnte. Hier hätte wohl der schnellste Stürmer der Liga wohl besser direkt den Torschuss suchen sollen. Nichtsdestotrotz war GC in Durchgang eins ein Muster an Effizienz und cleverer Aggressivität.
Auch nach dem Seitenwechsel waren die Hoppers die bessere und nach wie vor agilere Mannschaft auf dem Platz. Bereits in der 48. Minute kam die nächste grosse Chance für die Blauweissen. Nach einem schönen Doppelsass auf der rechten Seite auf Höhe des Strafraums via Hajrovic spielte Rennella den Ball quer in die Mitte zum freistehenden Zuber, dessen Abschluss nur ganz knapp am Tor vorbei zischte. Vier Minuten später versuchte der stark spielende Salatic sein Glück mit einem guten Distanzschuss aus 25 Metern. Der dritte Treffer für das Team von Ciriaco Sforza fiel dann doch noch in der 52. Minute. Der spielfreudige Zuber drang rechts in den Strafraum ein, spielte den Ball mit einem schönen Absatztrick weiter auf Emeghara. Der Mittelstürmer passte in die Mitte, wo Goalgetter Rennella am Fünfmeterraum völlig freistehend das Leder ins Netz haute. Das Derby war entschieden.
Nach dem dritten Treffer zogen sich die Grasshoppers zurück, standen defensiv weiterhin hervorragend und liessen kaum Chancen zu. Eine der wenigen Chancen erspielte sich der eingewechselte Nikci in der 56. Minute, dessen Abschluss jedoch knapp am zweiten Pfosten vorbei ging. In der 69. Minute erreichte die FCZ-Frustration ihren negativen Höhepunkt. Verteidiger Teixeira holte von hinten brutal Emeghara von den Beinen und flog völlig zu Recht mit Rot vom Platz. Da hatte einer seine Nerven leider überhaupt nicht mehr im Griff. Durch den Platzverweis ging ein Ruck durch den Stadtrivalen – er spielte fortan zu zehnt wesentlich besser als zu elft. Freundlichst unterstützt durch die Grasshoppers, die mit einer soliden 3:0-Führung im Rücken zurück einen Gang schalteten und nicht mehr so aggressiv spielten. Das Spiel verlief nun hauptsächlich im Mittelfeld, weil die Hoppers möglichst den Ball in ihren Reihen halten wollten. Der Ehrentreffer für den FCZ fiel dann doch noch in der 76. Minute. Nikci spielte den öffnenden Pass auf Koch, der von der rechten Seite ideal in die Mitte des 5er passte, wo Alphonse den Fuss zur Stelle hatte. Das war reine Resultatkosmetik, denn zu mehr als dem Anschlusstreffer zum 3:1 reichte es den FCZ nicht mehr.
Die Grasshoppers waren in der Chancenauswertung herausragend und gewannen verdient mit 3:1 gegen den Stadtrivalen. Die Sforza-Truppe hat sich mit dem bärenstarken Auftritt vorzeitig den Ligaerhalt gesichert. "Wir wollten den Fans etwas zurückgeben für die tolle Unterstützung, das haben wir umgesetzt", meinte Ciriaco Sforza nach dem Spiel. In den letzten beiden Partien können die Hoppers nun ohne Druck lustvoll aufspielen.
Hier die Stimmen zum Spiel: www.blauwiis.ch
GC - FC Zürich 3:1 (2:0)
Stadion Letzigrund. - 18 200 Zuschauer. - SR Bieri.
Tore: 14. Rennella (Zuber) 1:0. 30. Hajrovic (Penalty/Foul von Magnin an Menezes) 2:0. 54. Rennella (Emeghara) 3:0. 76. Alphonse (Philippe Koch) 3:1
GC: Bürki; Menezes, Vallori, Smiljanic, Pavlovic; Salatic, Abrashi; Hajrovic (82. Adili), Rennella (61. Toko), Zuber; Emeghara (91. Riedle)
FC Zürich: Leoni; Philippe Koch, Barmettler, Teixeira, Magnin; Schönbächler, Kukuruzovic, Zouaghi (56. Margairaz), Djuric (75. Raphael Koch); Alphonse, Mehmedi (54. Nikci)
Bemerkungen: GC ohne Cabanas und Voser (beide verletzt). FC Zürich ohne Aegerter, Beda (beide gesperrt), Chikhaoui und Chermiti (beide verletzt). 69. Rote Karte gegen Teixeira (hartes Foul). - Verwarnungen: 29. Magnin (Foul). 33. Hajrovic (Unsportlichkeit). 35. Abrashi (Foul). 39. Alphonse (Foul). 56. Smiljanic (Reklamieren). 68. Barmettler (Foul)
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