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Offensiv - Dominant - Magisch: Zum 125sten Geburtstag schlägt GC einen Bundesligisten und blickt in die Zukunft

Geschrieben von Peter Hermanns am 10.07.2011

Offensiv - Dominant - Magisch: Zum 125sten Geburtstag schlägt GC einen Bundesligisten und blickt in die Zukunft
Quelle: www.blauwiis.ch

In überschaubarem, aber sympathischem Rahmen feierte der Grasshopper Club Zürich sein 125jähriges Clubjubiläum. Auf der Trainingsanlage am Campus begann der Tag bei zunächst schönstem Sonnenschein mit einem Fanturnier und endete mit sintflutartigen Regenfällen, weshalb das internationale Freundschaftsspiel GC-Hertha BSC in der 84. Minute beim Stand von 2:0 für den Schweizer Rekordmeister abgebrochen werden musste.

Am Nachmittag stellten sich die Spieler für die kommende Spielzeit und ihr Trainerstaff dem Publikum vor. Ebenfalls vor Ort war Daniel de Ridder, dessen Transfer kurz zuvor bekannt gegen wurde. Der 27jährige Holländer, der seine Ausbildung in der Jugendabteilung von Ajax Amsterdam erhielt, hatte sich dem Vernehmen nach beeindruckt von der Philosophie des Clubs und seiner Umsetzung gezeigt, die perfekt zu ihm passe. Bevor er in seine Heimat abreiste, um seinen Umzug vorzubereiten, unterzeichnete der „absolute Glücksgriff“ (Marcel Meier) einen 2-Jahres-Vertrag mit Option.

Als weiteren Neuzugang stößt das 19jährige Talent Denis Simijonovic zum Kader von Ciriaco Sforza. Zuletzt war Simijonovic beim FC Winterthur unter Vertrag. GC lieh ihn jetzt für ein Jahr mit der Option einer endgültigen Übernahme aus.

Offensiv – Dominant – Magisch: So beschrieb CEO Marcel Meier auf der Medienkonferenz am Nachmittag den Grasshopper Club der Zukunft. Nachdem die Finanzierung für die kommenden drei Jahre gesichert werden konnte und auch in die Stadionfrage Bewegung gekommen ist, will sich GC „ganz auf das Produkt Sport fokussieren", sagte Meier. „Zwischen Ciriaco Sforza, Alain Sutter, Mathias Walther und mir gibt es einen konstruktiven, inspirierenden Dialog. Wir werden uns künftig noch breiter in der Ausbildung junger Talente aufstellen. Wir kaufen keinen Erfolg, wir machen ihn selbst.“

Unisono verkündeten Marcel Meier und Ciriaco Sforza, dass „wir sicher nicht absteigen werden“. Auf konkretere sportliche Saisonziele wollten sich beide nicht festlegen. „Wir haben vom Jahrgang her siebzehn U21-Spieler im Kader. Die werden wir von Spiel zu Spiel weiter entwickeln. Das ist unsere Richtlinie“, gab Ciriaco Sforza vor. „Letztes Jahr haben wir bei Null begonnen, jetzt fangen wir bei 40-50% dessen an, was möglich ist.“ Diese positive Entwicklung liege auch daran, dass die Transfervorhaben gut umgesetzt werden konnten. „Für mich gibt es nur drei wirkliche Abgänge: Das sind Salatic, Voser und Pavlovic, die wir 1:1 ersetzt haben. Dazu sind einige Spieler ausgeliehen, die bei anderen Clubs Spielpraxis sammeln sollen. Und dann gibt es noch ein paar Grenzfälle, wie zum Beispiel Colina. Wir haben ihm gesagt, dass wir mit Smiljanic und Vallori über ähnliche Spielertypen verfügen. Deshalb sucht er nach einem neuen Club. Er wird vorerst bei unserer U21-Elf mittrainieren, bis er eine andere Option hat. Wir machen ihm keinerlei Druck.“

Nach den theoretischen Ausführungen konnten sich die 1.450 Zuschauer einen praktischen Eindruck vom Leistungsstand der ersten Mannschaft verschaffen. Und der war durchaus positiv. Mit 2:0 bezwang die Mannschaft von Ciriaco Sforza den Bundesligaaufsteiger Hertha BSC, der in Teilen allerdings mit seiner zweiten Garnitur antrat. Das kann die Leistung der Hoppers nicht schmälern, denn immerhin wollten sich einige Spieler des Gegners in das Stammteam spielen.

GC überzeugte mit großer Präsenz und einigen gelungenen Ansätzen, konnte sich aber gegen die dicht gestaffelte Abwehr der Berliner zunächst nicht durchsetzen. Insbesondere der brasilianische Neuzugang Bertucci auf der linken Außenverteidigerposition deutete mit seinen gefährlichen Flankenläufen mehrfach sein Können an.

Die erste Möglichkeit hatte der starke Remo Freuler in der 7. Spielminute, verzog jedoch deutlich. Etwas knapper wurde es fünf Minuten später nach einem Solo von Feltscher und einem Schuss aus halbrechter Position sowie beim Versuch von Landeka (24.). Hertha fand bis zu diesem Zeitpunkt offensiv überhaupt nicht statt. Rukavytsya (32.) sorgte für den ersten und einzigen Aufreger vor dem GC-Tor, doch Bürki machte die Chance mit einem tollen Reflex zunichte.

Weitgehend spielte sich das Geschehen im Mittelfeld ab, wo GC allerdings die Hoheit behielt. Je mehr es auf die Halbzeitpause zuging, umso zwingender agierten die Hoppers. In der 43. Minute scheiterte Freuler noch mit einem Schuss in die untere Linke Ecke. Eine Minute später leitete Smiljanic einen Angriff ein, bei dem Feltscher sich auf rechts gekonnt durchsetzte und seine Flanke von Freuler zum 1:0 vollendet wurde.

Den Schwung der Führung nahmen die Hoppers mit in die zweite Halbzeit. Zuber (46.), Vallori (49.) und Feltscher (50.) kamen zu guten Möglichkeiten, Hertha zu einem Kopfball durch Neumann (53.). In der 55. Minute trug GC über Bertucci, Zuber und Toko einen Angriff aus dem Lehrbuch vor, den Paiva zum 2:0 einnetzte.

Die nun deutliche Führung und die geringe Gegenwehr der Berliner nutzte Ciriaco Sforza in der 67. und 75. für einen beinahe kompletten Austausch seiner Mannschaft. GC blieb auch anschließend Spiel bestimmend, was zeigt, dass es einen „gesunden Konkurrenzkampf auf allen Positionen“ (Sforza) gibt. In der 84. Minute brach Schiedsrichter Hänni bei heftigen Regenfällen die Partie ab.

Für den aktuellen Stand der Saisonvorbereitung konnten die Fans mit dem Auftreten ihrer Mannschaft sehr zufrieden sein. In der kommenden Woche wird Ciriaco Sforza verstärkt Trainingseinheiten zur Schnelligkeit in sein Programm einbauen.

GC - Hertha BSC Berlin 2:0 (1:0)
GC/Campus. - 1450 Zuschauer. - SR Hänni.

GC: Bürki; Menezes (67. Hajrovic), Vallori (67. La Rocca), Smiljanic (67. Lang), Bertucci (76. Bauer); Landeka (67. Simijonovic), Toko; Feltscher, Freuler (67. Abrashi), Zuber (76. Adili); Paiva (75. Mustafi).

Tore: 44. Freuler 1:0, 55. Paiva 2:0.

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