Das ganze Fan-Interview mit Ciriaco Sforza


Unsere Aktion „Fans fragen Ciriaco Sforza“ hat große Resonanz gefunden und der GC-Trainer sich viel Zeit für die Beantwortung der Fragen genommen. Den ersten Teil hatten wir bereits online gestellt, nun könnt ihr das ganze Interview bei uns nachlesen.


Die Fragesteller waren Stufi, Simmel, Giorgios, Fulehung, Nicolas Buff, Sandro M., Mathias Schmitter und Hans B., bei denen wir uns ganz herzlich bedanken.


Kommt die Winterpause jetzt nicht zum falschen Zeitpunkt? Deine Mannschaft hat jetzt gerade so richtig Fahrt aufgenommen und das Momentum wäre optimal für weitere Siege, oder?

Ciriaco Sforza: Pause muss sein. Die Unterbrechung beträgt ja keine drei oder vier Monate, sondern nur eine ziemlich kurze Zeit. Die Automatismen werden bis zur Rückrunde nicht verloren gehen. Ich bin sicher, dass wir in der Rückrunde an das gute Niveau der letzten Wochen anknüpfen werden.

Gegen jedes spielstarke Team (YB, FCB, Xamax, FCZ) konnte GC gut bestehen und auch je einmal gewinnen. Bei den eher destruktiv spielenden Mannschaften hat GC oft gemäß Aussage Smiljanic zu naiv gespielt, woran lag es (Unerfahrenheit? Lernprozess?)? Was tust Du, um auch gegen die kleineren Teams dieselbe Leistung abzurufen wie gegen die oben Genannten?

Ciriaco Sforza: Ich bin völlig einverstanden, wenn diese Analyse auf die erste Runde bezogen ist. Nach einer guten Vorbereitung hatten wir ein paar Probleme, insbesondere deshalb, weil wir nicht kompakt gestanden haben. In der zweiten Runde ist die Mannschaft schon ganz anders aufgetreten,
auch und gerade gegen die so genannten „kleinen“ Gegner. Ich denke zum Beispiel an Aarau oder Bellinzona. Es war aber immer klar, dass wir etwas Zeit brauchen und die Mannschaft reifen muss. Jetzt sehen wir die Erfolge dieser Geduld.


In den letzten sieben Spielen hat GC lediglich 3 Tore erhalten, zeigt das die gewonnene Stabilität und Kompaktheit auch im Rückwärtsgang? Was war der Erfolgsfaktor dieser Entwicklung (nebst dem täglichen Training?)
Zu erwähnen ist hier auch die sichtliche positive Entwicklung der beiden Außenverteidiger Menezes und insbesondere Voser!

Ciriaco Sforza: Die Probleme, die wir im Defensivverhalten hatten, betrafen die ganze Mannschaft. Daran haben wir sehr viel gearbeitet. Manche brauchten etwas Zeit, bestimmte Dinge umzusetzen und wurden entsprechend weniger eingesetzt. Das hat dazu geführt, dass der eine oder andere eine schwierige Phase hatte. Ich denke etwa an Ricci Cabanas, der sich aber nicht hängen gelassen, sondern hart an sich gearbeitet hat und jetzt wieder zurück ist. Zu erwähnen ist aber auch, dass uns am Anfang in der Abwehr eine Persönlichkeit wie Boris Smiljanic gefehlt hat, der eine große Ausstrahlung hat und viel Sicherheit gibt. An ihm konnten andere wachsen. Würde Boris heute ausfallen, hätten wir sicher nicht mehr solche Probleme wie zu Saisonbeginn. Unsere Außenläufer Menezes und Voser haben natürlich eine enorme Entwicklung gemacht, nicht nur im Defensivverhalten, sondern auch nach vorn. Sie erzeugen jetzt viel mehr Druck als noch zu Beginn, wie überhaupt unser Flügelspiel gewonnen hat. Dafür sorgen auch unsere Außenpositionen im Mittelfeld.

An was muss mit der Mannschaft bis Februar noch gearbeitet bzw. was muss noch kann die Konstanz erreicht werden, die nötig ist, um einen Top-Platz zu erreichen?

Ciriaco Sforza: Unser Spiel nach vorn ist auf der ersten Etappe so, wie ich es mir vorstelle, hat aber auf der letzten Etappe noch Mängel. Der finale Pass wird nicht immer genau gespielt, manchmal wird der besser postierte Mann übersehen. Daran müssen wir arbeiten. Darüber hinaus haben wir in fast jedem Spiel zehn, fünfzehn Minuten, in denen wir den Gegner durch dumme Abspielfehler aufbauen. Dann brauchen wir die doppelte Kraft, um hinterher zu laufen. Gegen den FC Zürich hatten wir in der Schlußviertelstunde wieder eine solche Phase. Damit können wir uns im schlimmsten Fall um den verdienten Lohn unserer Arbeit bringen.

Was hältst Du von der These, dass die GC-Krise eine große Chance für die Mannschaft war und sie dadurch noch enger zusammenschweißte und der Teamgedanke und -geist so zu dem positiven Lauf (Momentum) beigetragen hat? (Aktion Trainingslager, Team organisiert, Eigeninitiative => Besser als jeder Hokuspokus Kanu-Team-Feuer-Gspüri-Event!)

Ciriaco Sforza: Ich würde den Einfluss der Krise auf den Zusammenhalt der Mannschaft nicht zu hoch hängen. Als ich bei GC begann, habe ich ein intaktes Team vorgefunden, das sehr positiv an die Dinge heran gegangen ist und von Beginn an viel Eigeninitiative gezeigt hat. Daran musste ich nicht arbeiten. Gerade in der Krise hat sich das auch nach außen gezeigt.

Wirst Du weiterhin ganz jungen Nachwuchsspielern wertvolle Einsatzzeit im Fanionteam geben, wie in Wohlen beispielsweise oder im Testspiel im Campus gegen Aarau? Welche Philosophie steckt dahinter, gibt ja auch Kritiker wie man so hört…^^

Ciriaco Sforza: Es gibt eine ganz klar verabredete Strategie, die auf Jugendförderung basiert. Deshalb werden immer wieder junge Spieler, die wir für weit genug halten, im Fanionteam ihre Einsatzzeiten bekommen. Damit unsere Gesamtstrategie, die sich von den Jugendmannschaften bis zu den ersten Elf durchzieht, aufgeht, werden wir noch an der einen oder anderen Stellschraube im Jugendbereich drehen, aber vom Grundsatz her sind wir uns alle einig und arbeiten in die gleiche Richtung.


Hältst du die Möglichkeit eines 2-Mann-Sturms für interessant, wenn Renella wieder fit ist (und falls er die erhoffte Leistung bringt)? Immerhin haben wir im Sturm z.Z. Zarate (ok, evt. nicht mehr im Frühling), Renella und die zwei U17-Weltmeister... Falls ja, was für taktische Änderungen würde das mit sich bringen?

Ciriaco Sforza: Keine Mannschaft hat nur ein Spielsystem auf Lager, aber grundsätzliche taktische Änderungen wird es nicht geben. Wir spielen vorn mit drei starken Leuten, oft sind wir mit fünf Spielern in der Offensive. Das hat sich bewährt. Wer letztendlich auf dem Platz steht, wird über einen gesunden Konkurrenzkampf entschieden, den alle sehr positiv annehmen.

Fehlt uns nicht eine klassische Nummer 10?

Ciriaco Sforza: Nein, ganz sicher nicht. Wir sind mit der Spielanlage, die wir haben und den Spielern, die sie tragen, bestens bedient.

Können wir Fans in der Winterpause mit 1-2 Transfers rechnen oder nicht?

Ciriaco Sforza: Für Transfers in der Winterpause gibt es momentan keinen Anlass. Nur, wenn uns jemand verlässt, gibt es Handlungsbedarf, das ist klar. Vallori etwa hat ein Signal gegeben, dass er uns verlassen möchte, wenn ein Angebot vorliegt, das Hand und Fuß hat. Das ist in Ordnung, wir würden ihm in diesem Fall keine Steine in den Weg legen. Falls wir auf dem Transfermarkt tätig werden müssten, würden wir auch hier den Fokus ganz klar auf junge, entwicklungsfähige Spieler richten.

Wäre es möglich, dass sich die Vereinsspitze und auch Sie sich für einen Transfer von Richard Nunez einsetzen könnten? Sie würden uns Fans so was von begeistern.

Ciriaco Sforza: In diesem Fall muss ich euch enttäuschen. Richard Nunez ist kein Thema, weil wir keinen Bedarf haben und wir ganz klar darauf setzen, unsere eigenen Talente weiter zu entwickeln.

Was passiert auf der Torhüterposition? Versucht GC, Sommer zu halten? Meiner Meinung nach hat er bisher eine hervorragende Saison gespielt und uns viele Punkte gerettet!

Ciriaco Sforza: Yann hat eine hervorragende Entwicklung gemacht und natürlich wünschen wir uns, dass er bleibt. Wir müssen abwarten, wie Basel sich am Saisonende verhält, auch angesichts der Verletzung von Constanzo.

Rolf Feltscher wurde das eine oder andere Mal im Mittelfeld eingewechselt. Kann das seine neue Position werden (technisch beschlagen ist er ja!)?

Ciriaco Sforza: Ich habe ihn im Mittelfeld eingewechselt, wenn akuter Bedarf da war. Grundsätzlich sehe ich Rolf aber nicht dort, sondern als Innenverteidiger. Dafür bringt er hervorragende Anlagen mit. Aktuell sind wir dort aber sehr gut besetzt und Rolf ist im Wettbewerb mit den anderen.

Wann kommt Rennella zurück? Wie geht es ihm, Stand der Dinge?

Ciriaco Sforza: Er ist im Aufbautraining und braucht noch Zeit. Wir machen ihm keinen Druck, denn die Risiken sind gerade bei einer Knieverletzung immens, wenn man zu früh wieder spielt. Er muss wirklich hundertprozentig fit sein, bevor wir ihn einsetzen.

Rogerio: Er hat seine Chancen nicht gepackt, wird er abgegeben?

Ciriaco Sforza: Das ist nicht der Plan. Rogerio hat aber andere vor sich, die zurzeit besser sind. Und ich kann auch nur 18 Leute zu einem Spiel mitnehmen. Es liegt an ihm, sich zu zeigen, sich aufzudrängen und den Konkurrenzkampf anzunehmen.

Enzo Ruiz: Wie weit ist Enzo an der Stammelf entfernt, woran muss er noch arbeiten?

Ciriaco Sforza: Enzo hat sehr gute Fortschritte gemacht, er muss aber an seiner Konzentration arbeiten. Das weiß er auch. Im Moment spielt auf seiner Position Kay Voser und ich habe keinen Grund, im Moment etwas daran zu verändern. Aber Enzo wird über die U21 weiter Spielpraxis bekommen und bleibt im Fokus.

Ist Jeff Strasser der heimliche Co-Leader (neben Boris), bzw. der 4 Co-Trainer der Mannschaft. In Trainings und Testspielen kann er sehr laut sein zu den jungen Spielern. Ein echtes Vorbild! Wie erklärst Du seine vorbildliche Haltung (Motiviert und nimmt die jüngeren Spieler in die Pflicht), obwohl er de facto nie spielt? (Eine Verstärkung für die Mannschaft, obwohl er nie spielt!)

Ciriaco Sforza: Ich habe es Jeff vor einigen Tagen schon persönlich gesagt: Er hat ein Riesenkompliment verdient für die Art und Weise, wie er sich einbringt. Er hat nie seine positive Haltung verloren und ist aufgrund seiner Erfahrung ein ganz wichtiger Bestandteil der Mannschaft.

Aus Basha werde ich nicht ganz schlau, eine Einschätzung von Dir bzw. von allen U21 Spielern. Wer hat dich am meisten positiv überrascht und in welcher Hinsicht? (Wenn das erlaubt ist zu fragen, nach Einzelspielern)

Ciriaco Sforza: Basha ist ein technisch und taktisch sehr interessanter Spieler. Er wurde krankheitsbedingt zurück geworfen, aber jetzt wieder fit und wird ab Januar in der Vorbereitung eine wichtige Rolle spielen. Zu den anderen U21-Spielern: Es würde hier den Rahmen sprengen, auf jeden Einzelnen einzugehen. Ich bin über die Entwicklung stets auf dem Laufenden, weil es einen regelmäßigen Austausch zwischen den Abteilungen gibt. Klar ist, dass noch nicht alle reif für die erste Mannschaft oder für längere Einsätze sein können. Das kann niemand verlangen. Man sieht aber sehr schnell, wie engagiert jemand ist, wie sich jemand zeigt. Solche Spieler werden immer ihre Einsatzzeiten bei mir bekommen, manchmal auch nur für fünf, zehn Minuten. Wichtig ist, dass der Spaß und die Freude nicht verloren gehen, denn sonst macht man die Jungs kaputt.

Ben Khalifa ist er das größte Stürmer-Talent im CH Fussball - oder waren Sie und Alain Sutter talentierter? Wie oder kann man überhaupt beide Fussballzeiten (Epochen) miteinander vergleichen?

Ciriaco Sforza: Schon zu meiner aktiven Zeit gab es Vereine, die auf junge Spieler gesetzt haben. Ich selbst bin ja mit 16 in den Profibereich eingestiegen. Und auch heute gibt es sehr viele Clubs, auch in den großen Ligen wie England oder Spanien, die verstärkt auf Nachwuchs setzen. Das erfordert Mut, aber ich bin sicher, es zahlt sich auf die Länge aus. Zu Ben Khalifa: Er ist nach dem Riesenerfolg bei der U17-WM nun wieder im Alltag angekommen und muss sich hier wieder neu beweisen. Es bringt nichts, ihn zu hoch zu jubeln, umso schneller würde er fallen, wenns mal nicht so gut läuft. Aber er hat schon 10 oder 11 Spiele bei uns gemacht, das zeigt, das er mein Vertrauen hat. Ich will aber auch Haris Seferovic nicht unerwähnt lassen, der ebenso eine großartige Entwicklung macht.

Wie sehr hat Dich die erste Saisonhälfte physisch wie auch psychisch in Anspruch genommen? Brauchst auch Du – wie die Spieler – eine Regenerationsphase um die Batterien wieder auf 100% zu füllen?

Ciriaco Sforza: Auf jeden Fall. Ich brauche nicht nur die Sommer- oder Winterpause, sondern auch zwischendurch kleine Auszeiten, in denen ich mich zurückziehe und mich entspanne. Niemand kann 24 Stunden auf Hochtouren laufen. Aber auch eine längere Auszeit wie die Winterpause jetzt werde ich sehr genießen und mit meiner Familie in den Skiurlaub fahren. Und im Januar geht’s mit vollem Akku in die Rückrunde.

Woraus schöpfst Du die immense Energie, um den stressigen und anspruchsvollen Job als Fussballlehrer mit großem Elan zu bewerkstelligen? (Familie? Freunde? Spaziergänge? Yoga?) Und wie schnell kannst Du abschalten und dich entspannen? (Oder verfolgen Dich die Fussballarbeit oder die Resultate bis in den Schlaf?)

Ciriaco Sforza: Nein, ich kann ganz gut abschalten und ich träume auch nicht vom Fußball  Ich sorge immer für einen Ausgleich, ob ich durch den Wald jogge oder etwas mit der Familie unternehme. Wer keinen Ausgleich zu seinem Job hat, wird diesen Job irgendwann nicht mehr gut machen können.

Du geht’s auch medial andere Wege, kommunizierst sehr direkt mit den Fans, offen, schnell und klar – beispielsweise über Deine Homepage. Das ist für einen Trainer eher untypisch. Willst Du einfach anders sein, oder hast Du die Zeichen der Zeit erkannt?

Ciriaco Sforza: Ich mache das nicht, um bewusst „anders“ zu sein. Es gibt oft eine Lücke zwischen den Fans auf der einen und Mannschaft und Trainer auf der anderen Seite. Ich will meinen Teil dazu beitragen, dass diese Lücke gefüllt wird. Außerdem verlasse ich mich nicht auf die Berichterstattung in den Medien. Was auf meiner Homepage steht, ist authentisch, weil ich dort mit jemandem zusammen arbeite, der mich gut kennt und ich mich darauf verlassen kann, dass meine Statements so wieder gegeben werden, wie sie gemeint sind.

Vom Regen in die Traufe. Vom "Wackelkandidaten" der Presse zum gefeierten "Star". Geht ziemlich schnell hin und her, oder? Herr Sforza, wie viele Journalisten haben Sie schon an einem Training besucht?

Ciriaco Sforza: In der Regel kommt überhaupt kein Journalist zu den Trainingseinheiten und nur wenige Journalisten kennen mich mehr als oberflächlich. Trotzdem werden manchmal Dinge geschrieben, die mit der Realität nichts zu tun haben. Daran habe ich mich gewöhnt und meine Schlüsse daraus gezogen. Ich lasse mich nicht provozieren und rege mich auch nicht mehr auf. Ich weiß, dass ich ehrliche Arbeit abliefere. Das reicht mir.

Wie kommst du grundsätzlich damit zurecht, ständig im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen und manchmal heftig – auch zu Unrecht – kritisiert zu werden?

Ciriaco Sforza: Wie gesagt: Ich selbst habe einen Umgang damit gefunden. Trotzdem kann ich mich noch aufregen, wenn manchmal über Spieler oder Trainer ganze Dreckkübel ausgekippt werden. Da sitzen manchmal Leute an ihren Schreibtischen, die von nichts eine Ahnung haben und auch nicht daran interessiert sind, Hintergründe zu erfahren. Das neueste Beispiel ist für mich Jens Lehmann. Wenn ich höre und lese, wie mit ihm jetzt teilweise umgegangen wird, finde ich das erschreckend. Das ist jemand, der mit 40 Jahren noch auf höchstem Niveau spielt und eine Menge in seiner Karriere erreicht hat. So einer darf auch mal den Mund aufmachen.

Kritisiert Dich Dein Fußball spielender Sohn auch über Fussballentscheide oder Taktik oder Auswechslungen, oder nur Du ihn? ^^

Ciriaco Sforza: Ich schaue meinem Sohn sehr gern beim Fußballspielen zu, aber ich kritisiere ihn dabei nie. Der Fußballverein ist seine Sache, da mische ich mich nicht ein. Umgekehrt fragt er mich schon manchmal, warum ich was gemacht habe und dann sprechen wir darüber.

Wie empfindest Du die Arbeit bei GC in Bezug auf Spieler, internes Umfeld, wie auch mit den Fans?

Ciriaco Sforza: Ich finde, es wird immer noch besser. Vor zwei Tagen hatten wir eine gemeinsame Weihnachtsfeier mit 140 Leuten, da konnte man gut merken, wie positiv die Stimmung insgesamt im Verein ist, trotz aller Probleme. Wir hatten eine Menge Spaß, es wurde viel gelacht. Diese Grundfreude ist auch bei uns im Training vorhanden. Alle, die mal dort waren, wissen das. Harte Arbeit und Spaß schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich. Und was die Fans angeht: Ich weiß, dass es zwischen vielen Spielern und Fans gute Kontakte gibt, was ich toll finde. Ich selbst bemühe mich auch, einen Draht zu den Fans herzustellen und zu halten, wann immer es möglich ist. Ich glaube, dieses Miteinander macht uns noch stärker.

Woher stammt Deine (sehr) soziale Ader und Lebensphilosophie? Haben Dich die harten Auslandjahre in diese Richtung geprägt oder dein engeres Umfeld?

Ciriaco Sforza: Beides, vor allem der private Bereich. Ich bitte um Verständnis, dass ich hier nicht ins Detail gehen will. Nur so viel dazu: Es gab Ereignisse in meinem Leben, die mich in dieser Hinsicht sehr beeinflusst und mir vor Augen geführt haben, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt als der Fußball. Dieser Sport ist mein Beruf, womit ich mein Geld verdiene, vielleicht auch eine Berufung. Er ist zudem meine große Leidenschaft und ein wichtiger Lebensinhalt. Aber der Fußball ist immer noch ein Spiel. Die existentiellen Dinge des Lebens sind andere.


Wir bedanken uns im Namen der Fragesteller bei Ciriaco Sforza für seine offenen und aussagekräftigen Antworten.